side5

Notizen zum Thema

Auszug aus dem Programmheft zum Projekt

SCHOOL SHOOTING


Das School Shooting ist eine besondere Form des Amoklaufs: In aller Regel schiessen dabei männliche Teenager zwischen 14 und 18 Jahren an ihrer eigenen Schule wahllos auf andere Schüler und auf Lehrer. In den meisten Fällen töten sich die Schützen zuletzt selber. Die School Shootings werden nicht im Affekt verübt, sondern nach einer langen Planungsphase, in der viele Täter auch versteckte Hinweise auf die bevorstehende Tat geben. Bei diesen so genannten «Leakings» setzt auch die Prävention an.

School Shootings sind ein rund zwanzig Jahre altes Phänomen, auch wenn es bereits 1913 in Bremen oder 1927 in Bath einzelne Fälle gegeben hat. Etwas häufiger treten die Amokläufe an Schulen ab den 70er-Jahren auf, bevor in den frühen 90er-Jahren eine lange Reihe von School Shootings einsetzt, zunächst in den USA, später auch im Rest der Welt, vor allem aber in Europa.

Eine vom Internet-Lexikon Wikipedia geführte Liste von School Shootings führt allein für die USA seit 2000 nicht weniger als 64 Fälle (mit 114 Totesopfern) an – seit 2006 sind es jedes Jahr mehr. In Europa kam es seit 2000 gemäss dieser Liste zu 11 School Shootings, davon 5 in Deutschland (etwa Erfurt 2002; Winnenenden 2009). Kein School Shooting gab es bisher in der Schweiz, es kommt aber regelmässig zu Andeutungen und konkreten Drohungen: Auch in der Zentralschweiz werden jedes Jahr mehrere Fälle abgeklärt. In aller Regel handelt es sich aber um «Trittbrettfahrer», die mit der Tat «nur» kokettieren.

Spätestens seit dem School Shooting durch Eric Harris und Dylan Klebold an der Columbine High School in Littleton (April 1999) ist das Phänomen in aller Munde. Die Bilder, die eine Überwachungskamera von der Schiesserei in der Caféteria des Schulhauses machte, gingen um die ganze Welt. Auf dem Internet wurde der Fall ausführlich dokumentiert, und gleich zwei Kinofilme – von Gus Van Sant und Michael Moore – bezogen sich auf den Fall. Vielen späteren Attentätern wurden Harris und Klebold zum Vorbild, gerade weil sie ihre Tat auch als Weg stilisiert hatten, um berühmt – und verfilmt – zu werden.

Wie bei allen School Shootings war man auch in Littleton schnell mit möglichen Ursachen zur Hand: Gewalttätige Videospiele oder die Rocksongs von Nine Inch Nails und Marilyn Manson mussten als Erklärung ebenso herhalten wie der Medikamentenkonsum der Täter oder ihr angebliches Aussenseitertum. Schaut man aber genauer hin, lösen sich allzu einfache, in den Medien oft vorschnell kolportierte Erklärungsmuster bald einmal in Luft auf: School Shooter stammen meist aus intakten Mittelstandsfamilien, sind an ihrer Schule gut integriert und haben keine grossen Schulprobleme. Viele sind intelligent, kreativ und gesund.

Wie eine wissenschaftliche Studie im Jahr 2004 notierte, sind die Amokläufer zu 97 Prozent Männer und im Durchschnitt 15,6 Jahre alt. Ein typisch Täterprofil gibt es darüber hinaus kaum, abgesehen von gewissen psychologischen Mustern: Fachleute unterscheiden zwischen wahnhaft-schizophrenen, schamhaft-depressiven und narzisstisch-persönlichkeitsgestörten Tätern.


ZITATE


«Wer oder was gewöhnt uns daran, dass Kinder und Jugendliche den Amoklauf als unproblematische Metapher für mehr Freiheit verstehen? Wer oder was bringt diese Metapher so in Umlauf, dass eine neue Generation die Vokabel und das Phänomen dort in die Alltagskommunikation einbaut, wo es um die Gegnerschaft zu einer als verständnislos und ignorant empfundenen Um- und Mitwelt oder auch nur einfach um mehr Spass geht? Reicht diese gewöhnungsbedürftige Normalisierung exakt bis zu dem Punkt, an dem einer der so Empfindenden den Abstand, den eine extreme Metaphorik zum tatsächlichen Handeln normalerweise halten muss, die Fiktionalität und Phantastik der imaginierten Tat ausdrücklich überschreitet?»
(Heiko Christians in «Amok»)

«Zunehmend muss man leider auch fragen, als was die Täter selbst ihre Tat den Medien offerieren, denn von den Tätern selbst noch in letzter Minute an Sendeanstalten übergebene Bänder, Videobotschaften, Blogs und Dokumente komplettieren vorerst das Bild vom Amok in der Gegenwart.»
(Heiko Christians in «Amok»)

«Auffällig genüsslich wird (nach einem School Shooting, Red.) das Porträt eines kranken Medienusers entwickelt: männlich, Einzelgänger, grössenwahnsinnig, krankhafte, dauerhaft an gefährliche Medien geheftete Fantasie, Waffennarr, Ende. Die Möglichkeit, einen negativen Diskurs über neue gefährliche Medien und ihre Nutzer starten zu können, wird dabei zielsicher wahrgenommen. (…) Nur den jeweils neuen Medien – nach dem Film, dem Video, dem Videospiel, dem Computer jetzt dem Computerspiel – wird unterstellt, dass die Grenze zwischen Fiktion und Realität vom Nutzer gewissermassen notwendig irgendwann überschritten wird oder von Anfang an für ihn nicht hinreichend erkennbar ist. Diese Argumentation scheint schlüssig, aber sie vernachlässigt unter anderem die Tatsache, dass der Begriff der kranken und krank machenden Fantasie sich – historisch betrachtet – spätestens seit dem 18. Jahrhundert an jedes Medium heftet, bis es als Unterhaltungsmedium eingeholt wird von politisch und ethisch motivierten Interpretations- und Kanonisierungsschüben. Schon Roman- und Theatersuchtdebatten des ausgehenden 18. Jahrhunderts sind nur in dieser Perspektive sinnvoll analysierbar.»
(Heiko Christians in «Amok»)

«Was unter dem Wort Amok zu uns dringt (…), artikuliert sich eher rituell oder liturgisch als explosionsartig, eher mit Inkubationszeiten als spontan, eher unter kleinsten Vorzeichen als ansatzlos, eher mit strengen Abläufen als chaotisch. Amok speist sich aus einem Vorrat an ähnlich geprägten Formen, die die Täter zu sich nehmen. Es gibt eine Art Magazin aus angesammelten, überlieferten Tathergängen, in dem sich ein neuer Amokläufer zwangsläufig bewegt. Dieses Magazin bauen die Medien aller Zeiten auf, ohne dass es je eine zentrale Verwaltung seiner Bestände gibt. Die Täter bedienen sich hier und hinterlegen neue, meistens nur leicht variierte Formen. Das Magazin, in das sie unbemerkt eintreten, wird ihnen gegen Ende ihres Lebens oft zur Welt ohne Ausgang.»
(Heiko Christians in «Amok»)

«Das Angebot an Erklärungen für School Shootings ist gross. Die üblichen Ansätze sind gewalttätige Videospiele und Filme, Mobbing, Einsamkeit und Aussenseitertum, Depression und Selbstmordgedanken, der einfache Zugang zu Waffen, die Nebenwirkungen von Medikamenten. Aber solche Attentate sind viel zu komplex, um sie auf eine Ursache zurückzuführen. Viele dieser Erklärungen basieren im Einzelfall auf falschen Informationen. Andere sind Faktoren, die womöglich zur Tat beitragen, die sie aber nicht erklären.
Eine oft zitierte Ursache ist der einfache Zugang zu Schusswaffen. Natürlich gäbe es keine School Shootings, wenn es keine Waffen gäbe. Aber gerade wo jeder Teenager einer Stadt leichten Zugang zu Schusswaffen hat und doch kaum einer einen Mord begeht, sind School Shooters eine umso grössere Ausnahme von der sozialen Norm.
Was auffällt ist, dass viele der Täter depressiv sind. Sie sehen ihre Mitschüler, die glücklicher und erfolgreicher erscheinen, und dies führt zu Wut, Hass und einer gefährlichen Mischung aus selbst- und massenmörderischen Gedanken. Aber viele Jugendliche sind depressiv und tragen sich mit Selbstmordgedanken. Kaum einer begeht einen Mord. Ebensowenig taugen die Medikamente gegen Depressionen als Erklärung für Amokläufe. Überall, wo man ihren Einfluss untersucht hat, kam man zum Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang gibt. Man hat das School Shooting durch Kip Kinkel seinem Prozac-Konsum angelastet, aber acht Monate vor dem Attentat hatte er aufgehört, Prozac zu nehmen. Und es ist zwar wahr, dass Eric Harris ein Antidepressivum namens Luvox genommen hatte, als er die Columbine High School in Littleton angriff. Aber wenn man sein Tagebuch liest, ist klar, dass er die Idee zum Attentat lange hatte, bevor er begann, das Mittel zu nehmen. Manche glauben, das Medikament habe ihn «über die Klippe» getrieben. Aber die Menschheitsgeschichte ist voller Morde, bei denen die Menschen ohne Medikamente «über die Klippe» gesprungen sind. Es braucht keine Medikamente für einen Mord. Wut genügt.
Auch ist das Bild irreführend, die School Shooters seien Aussenseiter, die unter der sozialen Hierarchie an ihrer Schule leiden. Schaut man genau hin, erkennt man, dass der typische School Shooter ein durchschnittlicher bis überdurchschnittlicher und oft gut integrierter Schüler ist. Nur ganz wenige waren einsam. Eric Harris zum Beispiel hatte gute Noten, noch während er plante, seine Schule zu zerstören. Er hasste die Schule nicht, im Gegenteil, er schrieb, er liebe sie. Warum das? Nun, er hatte viele Freunde und viele Kurse, die ihm Spass machten. Er war stolz darauf, smart zu sein, und die Schule bot ihm die Plattform, das zu beweisen. Viele School Shooters waren auch gute Sportler, Kip Kinkel zum Beispiel war im Football-, Eric Harris im Fussballteam seiner Schule. Dylan Klebold war in der Theatergruppe, wo er als Techniker ziemlich gut war, und er half, den Internet-Server der Schule zu unterhalten. Allerdings: Dylan Klebold hatte zwar Umgang mit sehr vielen Mitschülern, aber das hinderte ihn nicht daran, sich isoliert zu fühlen. Auch Kip Kinkel war nicht einsam – aber er fühlte sich verzweifelt einsam. Das heisst also, dass das Gefühl zu versagen, zurückgestossen zu werden oder ähnliche Stressmomente durchaus eine Rolle spielen bei den School Shootings. Aber sehr viele junge Menschen erleben solche Gefühle, ohne Amok zu laufen.
Oft als Ursache für Amokläufe zitiert wird auch die Gewalt im Fernsehen, in Videos, in Computerspielen. Dieses Thema ist komplex. Millionen von Kids spielen diese Spiele und sehen diese Videos, ohne zu Massenmördern zu werden, und so gesehen kann der Konsum von medialer Gewalt kein School Shooting erklären. Andererseits ist es offensichtlich, dass diese Täter meistens fasziniert sind von der Gewalt in Filmen und Spielen. Sie spielen nicht nur, das Spiel wird ihnen zur Obsession. Sie sehen nicht nur diese Filme, die Realität in diesen Filmen wird zu Realität, die sie sich wünschen. Welchen Einfluss haben also diese Medien auf die Attentate? Sie legitimieren sie in gewisser Weise und liefern Rollenmodelle. Mehr noch: Viele dieser Spiele insinuieren, dass Gewalt ein Weg ist, um Status zu gewinnen. Und das ist eine kraftvolle Botschaft für Jungen, die sich ausgestossen fühlen. Trotz all dem gibt es keinen einfachen, direkten Zusammenhang zwischen Mediengewalt und Mord. Ebensowenig wie zum Mobbing. Die Erklärung ist beliebt, und sie leuchtet auf Anhieb ja auch ein. Aber wenn Mobbing einen Amoklauf auslösen könnte, warum passiert das in den USA fast nur in Kleinstädten und nie in New York, Los Angeles oder Chicago? Wenn Rache das Motiv für ein School Shooting wäre, würden sich die Attentäter die Opfer wohl gezielter aussuchen, als sie dies in der Realität tun, da sie wahllos in die Menge schiessen. Und: Viele Amokläufer wurden weder gemobbt noch geschlagen. Im Gegenteil, in manchen Fällen – zum Beispiel bei Kip Kinkel – waren sie die Täter. Eric Harris und Dylan Klebold wurden zwar getriezt, in erster Linie aber wegen ihrem eigenen provokativen Auftreten. Sie hatten viele Freunde, aber sie stiessen sie immer wieder vor den Kopf – zum Beispiel mit ihren Nazigrüssen. Sie waren bestimmt nicht die Opfer eines vergifteten Schulklimas.
Über alles gesehen, sind School Shooters keine normalen Kids, die in die Rache gemobbt wurden. Sie sind keine normalen Kids, die zuviel Ego-Shooter-Spiele gespielt haben. Sie sind keine normalen Kids, die berühmt werden wollten. Sie sind, ganz einfach, keine normalen Kids.»
(Peter Langman, «Why Kids Kill», Kapitel «Grasping for Answers»; gekürzt und aus dem Engl. übersetzt)


DIE FÄLLE


Das Stück «I Feel Like God and I Wish I Was» basiert auf drei Fällen von School Shootings in den USA:

Eric Harris und Dylan Klebold am 20. April 1999 an der Columbine High School in Littleton. Dieses Attentat ist bis heute der bekannteste und der am besten dokumentierte Fall eines School Shootings. Die Kinofilme «Elephant» von Gus van Sant und «Bowling for Columbine» von Michael Moore nehmen direkten Bezug darauf. Harris war 18, Klebold war 17 Jahre alt, als sie ihre Schule stürmten und 13 Menschen töteten und 23 verletzten. Danach, nachdem sie 40 Minuten lang durch die Schule gegangen waren, ohne noch jemanden zu erschiessen, töteten sie sich selbst. Über ein Jahr lang hatten Harris und Klebold die Tat vorbereitet – und in Tagebüchern, Chats und selbstgedrehten Videos auch darüber gesprochen und geschrieben. Die meisten dieser Dokumente sind heute im Internet zugänglich.

Kip Kinkel am 21. Mai 1998 an der Thurston High School in Springfield. Kinkel war 15 Jahre alt, als er an seiner Schule suspendiert wurde, weil er eine Schusswaffe mitgebracht hatte. Am Tag, als man ihn heimschickte, tötete er zuerst seine Eltern. Am nächsten Tag ging er zur Schule und tötete zwei Mitschüler und verletzte 25. Als das Munitionsfach seines Gewehrs leer war, wurde er durch Mitschüler überwältigt und später durch die Polizei verhaftet. Während des Verhörs stürzte er sich mit seinem Messer auf den Polizisten und rief «Erschiess mich! Töte mich!». Das Verhörprotokoll des nächsten Tages ist auf dem Internet greifbar. Kinkel gibt darin an, Stimmen in seinem Kopf hätten ihn dazu getrieben, Menschen zu töten. Ein Psychiater, der Kinkel vor dem Attentat neunmal empfangen hatte, und später auch das Gericht hielten ihn allerdings für «geistig völlig gesund». Er wurde zu 111 Jahren Haft verurteilt und wird das Gefängnis voraussichtlich nie mehr verlassen.

In den Fall von Kip Kinkel eingewoben ist in «I Feel Like God and I Wish I Was» ein Motiv aus dem School Shooting durch Evan Ramsey am 19. Februar 1997 in Bethel, Alaska. Der 16-Jährige erchoss an diesem Tag einen Schüler sowie den Direktor. Zwei Schüler wurden verletzt. Ramsey wollte sich selber töten, schaffte es aber nicht abzudrücken. Auch er wird das Gefängnis wohl nie verlassen. Bemerkenswert an seinem Fall ist, dass er sich zunächst nur selber umbringen wollte. Freunde ermunterten ihn, andere Schüler zu töten und eine «Todesliste» zu schreiben. Er schrieb drei Namen auf, seine Freunde gaben ihm elf weitere dazu.

Seung Hui Cho am 16. April 2007 am Virginia Polytechnic Institute and State University in Blacksburg. Mit 23 Jahren war der gebürtige Südkoreaner einiges älter als der typische School Shooter, als er zuerst im Studentenwohnheim und dann an der Schule insgesamt 34 Professoren und Mitschüler erschoss. Dann tötete er sich selbst. Seung Hui Cho war durch seine extreme Schüchternheit aufgefallen, es hiess, er rede nie. Er litt unter selektivem Mutismus, einer emotional bedingen, psychischen Störung, bei der die sprachliche Kommunikation stark eingeschränkt ist. Er lebte 2005 eine Zeit lang in einer psychiatrischen Klinik; weil er diese aber freiwillig aufgesucht hatte, konnte er weiterhin legal Waffen erwerben. Vor dem Amoklauf an der Schule hatte er den NBC News eine DVD mit Fotos, Videos und einem «Manifest» geschickt, in dem er sich «erklärte». Auch fand man bei ihm später ein von ihm verfasstes, so gewalttätiges wie krudes Theaterstück mit dem Titel «Richard McBeefe». Viele der Videos wie auch das Theaterstück sind im Internet zugänglich.


LYRICS

The Smashing Pumpkins
Disarm

Disarm you with a smile
And cut you like you want me to
Cut that little child
Inside of me and such a part of you
Oh, the years burn.

I used to be a little boy
So old in my shoes
And what I choose is my choice
What’s a boy supposed to do?
The killer in me is the killer in you
My love
I send this smile over to you.

The Flaming Lips
The Sparks that Bled

I accidentally touched my head
And noticed that I had been bleeding
For how long I didn’t know
What was this, I thought, that struck me?
What kind of weapons have they got?
The softest bullet ever shot.Wavves

Take On the World

Well, I hate my writing
It’s all the same
But it trips like posture
My head just hangs
And I hate myself, man
But who’s to blame?
I guess I’m just see-through
Window panes.

Because if it’s our way
To take on the world
It would be somethin’.

I still hate my music
It’s all the same
But it trips like posture
My head just hangs
And I hate myself, man
But who’s to blame?
I guess I’m just fucked up
Or too insane.


The Shins
A Comet Appears

One hand on this wily comet
Take a drink just to give me some weight
Some uber-man I’d make
I’m barely a vapor.

They shone a chlorine light on
A host of individual sins
Let’s carve my aging face off
Fetch us a knife
Start with my eyes
Down so the lines
Form a grimacing smile.

Close your eyes to corral a virtue
Is this fooling anyone else?
Never worked so long and hard
To cement a failure.

We can blow on our thumbs and posture
But the lonely are such delicate things
The wind from a wasp could blow them
Into the sea
With stones on their feet
Lost to the light and the loving we need.

Still to come
The worst part and you know it
There is a numbness
In your heart and it’s growing.

With burnt sage and a forest of bygones
I click my heels
Get the devils in line
A list of things I could lay the blame on
Might give me a way out.

But with each turn
It stays front and center
Like a dart stuck square in your eye
Every post you can hitch your faith on
Is a pie in the sky
Chock full of lies
A tool we devise
To make sinking stones fly.


Nine Inch Nails
Mr. Self Destruct

I’m the voice inside your head
I’m the lover in your bed
I’m the sex that you provide
I’m the hate you try to hide.

I take you where you want to go
I give you all you need to know
I drag you down I use you up
Mr. Self Destruct.

I speak religion’s message clear
I’m denial guilt and fear
I’m the prayers of the naive
I’m the lie that you believe.

I’m the bullet in the gun
I’m the truth from which you run
I’m the silencing machine
I’m the end of all your dreams.

And I control you.


Bob Dylan
Shooting Star

Seen a shooting star tonight
And I thought of you
You were trying to break into another world
A world I never knew
I always kind of wondered if you ever made it through
Seen a shooting star tonight
And I thought of you.

Seen a shooting star tonight
And I thought of me
If I was still the same
If I ever became what you wanted me to be
Did I miss the mark or overstep the line that only you could see
Seen a shooting star tonight
And I thought of me.

Listen to the engine, listen to the bell
As the last fire truck from hell goes rolling by
All good people are praying
It’s the last temptation the last account
The last time you might hear the sermon on the mount
The last radio is playing.

Seen a shooting star tonight slip away
Tomorrow will be another day
Guess it’s too late to say the things to you that you needed to hear me say
Seen a shooting star tonight slip away.


Radiohead
Exit Music (for a Film)

Wake from your sleep
The drying of your tears
Today we escape, we escape.

Pack and get dressed
Before your father hears us
Before all hell breaks loose.

Breathe, keep breathing
Don’t lose your nerve
Breathe, keep breathing
I can’t do this alone.

Sing us a song
A song to keep us warm
There’s such a chill, such a chill.

You can laugh
A spineless laugh
We hope your rules and wisdom choke you
Now we are one in everlasting peace.

We hope that you choke, that you choke.


Get Well Soon
We Are Ghosts

A happy science
So why so sad?
Cause I thought you know
We’re always held
Through fire and lightning,
The occasional war
And telling me that
You’re chest is sore
That’s cause your soul’s on fire.

Boo hoo ooh we are ghosts
You, you are losing your religion
Boo hoo ooh we are ghosts
We’re haunting Europe
And tomorrow the world.

Are we human, or are we dynamite?
And god is there.


BÜCHER

Christians, Heiko: Amok. Geschichte einer Ausbreitung. Aisthesis Verlag 2008.
Federal Bureau of Investigation: Columbine High School Massacre. The FBI Files. Filiquarian Pub Llc 2007.
Gaertner, Joachim: Ich bin voller Hass – und das liebe ich. Dokumentarischer Roman aus den Original-Dokumenten zum Massaker an der Columbine Highschool. Eichborn 2009.
Langman, Peter: Why Kids Kill. Inside the Minds of School Shooters. St. Martin’s Press 2009.
Robertz, Frank J.: School Shooting. Über die Relevanz der Phantasie für die Begehung von Mehrfachtötungen durch Jugendliche. Verlag für Polizeiwissenschaft 2004.
Scheithauer, Herbert, und Bondi Rebecca: Amoklauf und School Shooting. Bedeutung, Hintergründe und Prävention. Vandenhoeck & Ruprecht 2011.
Seiwert, Jasmin: Die Bühne der Amokläufer. Mediale Selbstdarstellung der Täter in Internet und TV. Tectum 2011.
Shakespeare, William: Sonette. dtv 2011.


FILME

Elephant. Gus Van Sant, 2003. Spielfilm über das School Shooting an der Columbine High School in Littleton, 1999.
Bowling for Columbine. Michael Moore, 2002. Dokumentarfilm über den amerikanischen Waffenkult, mit starken Bezügen zu den Ereignissen in Littleton.


MUSIK

Die im Stück verwendeten Songs sind auf folgenden Alben erhältlich:

The Smashing Pumpkins, «Disarm»: auf «Siamese Dream». Virgin 1993.
The Flaming Lips, «Sparks that Bled»: auf «The Soft Bulletin», Warner 1999.
Wavves, «Take on the World»: auf «King of the Beach», Bella Union 2010.
The Shins, «A Comet Appears»: auf «Wincing the Night Away», Sub Pop 2007.
Nine Inch Nails, «Mr. Self Destruct»: auf «The Downward Spiral», Island 1995.
Bob Dylan, «Shooting Star»: auf «Oh Mercy», Columbia 1989.
Radiohead, «Exit Music (for a Film)»: auf «OK Computer», EMI 1997.
Get Well Soon, «We Are Ghosts»: auf «Vexations», City Slang 2010.